Strom sparen im Homeoffice: weniger Verbrauch, weniger Kosten

Wer von zu Hause arbeitet, verbringt mehr Stunden in den eigenen vier Wänden – und die schlagen sich auf der Stromrechnung nieder. Computer, Bildschirm, Beleuchtung, Heizung im Winter, Ventilator im Sommer: Im Homeoffice läuft tagsüber, was sonst dunkel und kalt bliebe. Die gute Nachricht ist, dass sich mit ein paar bewussten Entscheidungen spürbar Strom und damit Geld sparen lässt, ohne dass die Arbeit darunter leidet. Dieser Artikel zeigt dir, wo die größten Stromfresser sitzen und wie du sie zähmst.

Die größten Stromfresser erkennen

Bevor du sparst, lohnt sich der Blick darauf, wo der Strom überhaupt hingeht. Im Homeoffice sind das vor allem drei Bereiche.

Erstens die Technik: Ein leistungsstarker Desktop-Rechner mit großem Monitor verbraucht deutlich mehr als ein sparsamer Laptop. Zweitens das Heizen und Kühlen: Einen ganzen Raum den Tag über zu temperieren ist der mit Abstand größte Posten – Heizung und Klimageräte schlagen alles andere. Drittens die vielen kleinen Verbraucher: Ladegeräte, Lautsprecher, eine zweite Lampe, der Drucker im Bereitschaftsmodus. Einzeln unauffällig, summieren sie sich.

Ein Strommessgerät aus dem Baumarkt oder von der Verbraucherzentrale macht sichtbar, welches Gerät wie viel zieht. Manchmal überrascht das Ergebnis – und genau dort lohnt sich das Sparen am meisten.

Standby abschalten

Geräte im Bereitschaftsmodus verbrauchen rund um die Uhr Strom, ohne irgendetwas zu leisten. Über das Jahr summiert sich dieser unsichtbare Verbrauch auf erstaunliche Beträge. Die einfachste Abhilfe ist eine schaltbare Steckdosenleiste: Am Feierabend ein Klick, und Monitor, Drucker, Lautsprecher und Ladegeräte sind komplett vom Netz.

Besonders Netzteile und Ladegeräte ziehen oft auch dann Strom, wenn gar kein Gerät angeschlossen ist. Zieh sie ab, wenn du sie nicht brauchst. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern reduziert auch die Brandgefahr durch dauerhaft warme Netzteile.

Geräte sparsam nutzen

Bei der Technik selbst gibt es einige Stellschrauben. Ein Laptop verbraucht meist deutlich weniger als ein Desktop-Rechner – wer ohnehin neu kauft, sollte das bedenken. Stell die Bildschirmhelligkeit nicht höher als nötig ein und aktiviere den Energiesparmodus, der den Rechner bei Untätigkeit herunterfährt.

Auch beim Beleuchten lässt sich sparen: LED-Lampen verbrauchen einen Bruchteil alter Glühbirnen und halten viel länger. Nutze außerdem so lange wie möglich das Tageslicht, statt künstlich zu beleuchten. Tipps zur richtigen Einrichtung deines Arbeitsplatzes findest du im Artikel Technik-Ausstattung fürs Homeoffice.

Heizen und Kühlen mit Köpfchen

Hier liegt das größte Sparpotenzial. Im Winter gilt: Heize nur den Raum, in dem du arbeitest, und das nur auf eine angenehme, nicht auf eine übertriebene Temperatur. Jedes Grad weniger spart messbar Energie. Ein Pullover ist günstiger als eine hochgedrehte Heizung. Stoßlüften statt gekippter Fenster verhindert, dass Wärme ungenutzt entweicht.

Im Sommer ist Strom besonders teuer zu vermeiden, wenn man auf Klimageräte verzichtet, die viel Energie ziehen. Wie du dein Homeoffice ohne großen Stromverbrauch kühl hältst – mit Verschattung, klugem Lüften und kleinen Tricks – beschreibt ausführlich der Artikel Homeoffice im Sommer kühl halten.

Den eigenen Stromtarif prüfen

Sparen fängt nicht erst beim Verbrauch an, sondern schon beim Tarif. Viele Haushalte zahlen jahrelang mehr als nötig, weil sie nie verglichen haben. Ein Blick auf die letzte Jahresabrechnung zeigt deinen tatsächlichen Verbrauch in Kilowattstunden – die Grundlage für jeden seriösen Vergleich. Mit dieser Zahl lassen sich über Vergleichsportale oder bei der Verbraucherzentrale Tarife gegenüberstellen.

Achte dabei nicht nur auf den Lockpreis im ersten Jahr, sondern auf Grundpreis, Arbeitspreis und Vertragslaufzeit. Wer von zu Hause arbeitet und dadurch mehr verbraucht, profitiert besonders von einem günstigen Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Ein einmaliger Wechsel kann über das Jahr mehr bringen als viele kleine Sparmaßnahmen zusammen – und kostet dich nur einmalig etwas Zeit.

Praktische Spartipps auf einen Blick

  • Schaltbare Steckdosenleiste nutzen und am Feierabend komplett ausschalten.
  • Energiesparmodus an Rechner und Bildschirm aktivieren.
  • LED-Beleuchtung statt alter Glühlampen, Tageslicht bevorzugen.
  • Nur den Arbeitsraum heizen, ein Grad weniger spart deutlich.
  • Ladegeräte abziehen, wenn sie nicht gebraucht werden.
  • Geräte vergleichen mit einem Strommessgerät und gezielt die größten Verbraucher angehen.

Homeoffice-Pauschale: ein kleiner Ausgleich

Auch wenn die Pauschale nicht direkt deinen Stromverbrauch senkt, lohnt es sich, sie zu kennen: Die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Arbeitstag (maximal 1.260 Euro im Jahr) lässt sich steuerlich geltend machen und federt einen Teil der zusätzlichen Kosten für das Arbeiten zu Hause ab. Beim Minijob mit Pauschalsteuer wirkt sich das nur aus, wenn du ohnehin eine Steuererklärung machst – ein Blick in den Artikel Minijob und Steuererklärung klärt, wann das für dich relevant ist. Verbindliche Auskünfte gibt das Finanzamt.

Fazit

Strom sparen im Homeoffice ist kein Verzicht, sondern vor allem eine Frage der Aufmerksamkeit: Standby abschalten, sparsame Geräte und Beleuchtung nutzen, klug heizen und kühlen. Der größte Hebel liegt beim Temperieren der Räume, der einfachste bei der schaltbaren Steckdosenleiste. Wer ein paar dieser Tipps zur Gewohnheit macht, senkt seine Stromrechnung spürbar, ohne dass die Arbeit darunter leidet. Wie du im Sommer ganz ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf behältst, liest du in Homeoffice im Sommer kühl halten. Passende Stellen findest du unter Homeoffice-Minijobs.

Häufige Fragen

Wo liegen im Homeoffice die größten Stromfresser?

Den mit Abstand größten Posten machen Heizen und Kühlen eines ganzen Raums aus. Dazu kommen leistungsstarke Technik wie ein Desktop mit großem Monitor und viele kleine Verbraucher wie Ladegeräte und Geräte im Bereitschaftsmodus.

Wie viel bringt es, Standby-Geräte abzuschalten?

Geräte im Bereitschaftsmodus verbrauchen rund um die Uhr Strom, ohne etwas zu leisten, und summieren sich übers Jahr auf erstaunliche Beträge. Eine schaltbare Steckdosenleiste, die du am Feierabend ausschaltest, ist die einfachste Abhilfe.

Kann ich als Minijobber die Homeoffice-Pauschale nutzen?

Die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Arbeitstag, maximal 1.260 Euro im Jahr, lässt sich steuerlich geltend machen. Beim Minijob mit Pauschalsteuer wirkt sie sich aber nur aus, wenn du ohnehin eine Steuererklärung machst.

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